„Was bleibt?“ ist eine queere Comic-Geschichte über Verlust, Tod und Trauer der Berliner Comic-Künstlerin Anna Paßlick. Am 2. Oktober las Anna Paßlick an der Staudi mehreren 10. Klassen aus ihrer Graphic-Novel vor.
Anna Paßlicks Protagonistin Odelie trauert um ihre Lebenspartnerin Ruth und fühlt sich von ihrem Umfeld Trauer unverstanden, weshalb sie sich mehr und mehr zurückzieht. Aus einem anfänglichen Streit über die Bepflanzung des Grabs ihrer verstorbenen Freundin entwickelt sich ein zartes Pflänzchen einer Freundschaft mit einem jungen Friedhofsgärtner, der um seine Liebe trauert. Die Trauernden können sich gegenseitig verstehen und unterstützen.
Beim anschließenden Workshop wurde klar, dass Trauer und Verlust nicht ausschließlich durch den Tod eines nahen Menschen verursacht werden. Auch das Ende von Freundschaften, einer Liebe, der Verlust von Heimat und Vertrautem kann intensive Traurigkeit hervorrufen. Nach Verlusten traurig zu sein, ist etwas Normales und Gesundes, betonte die Autorin.
Abschließend erarbeitete die Schüler*innengruppe, was trauernde Menschen brauchen, um neue Freude, Energie und Lebensmut zu schöpfen. Die am meisten genannten Hilfen lauteten: Ganz viel Liebe und Unterstützung von Freund*innen und aus der Familie, aber auch: gutes Essen, tolle Hobbys und alles, was Spaß macht, wurden als hilfreiche Strategien für Phasen des Traurigseins genannt.
Text und Foto: Tobias Kurzeder