Bereits zum zweiten Mal war Carmen Spitta an unserer Schule zu Gast. Sie ist die Tochter von Melanie Spitta, der erste deutschen Sintezza, die filmisch die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma im Nationalsozialismus aufgearbeitet hat. Carmen Spitta hat es sich zu ihrer Lebensaufgabe gemacht, junge Menschen über dieses dunkle Kapitel aufzuklären. Der Film „Meine ermordete Familie. Sinti und der Holocaust“ (Regie: Dáša Raimanová, DW 2023) sowie Carmen Spittas sehr persönliche Schilderungen bewegten die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen, die am Dienstag, 13. Oktober 2026 dabei waren, sehr:
„Ich wusste bis vor dem Vortrag nicht, dass Sinti und Roma auch so verfolgt wurden.“
„Mich hat Frau Spittas Lebensgeschichte und ihr Auftreten sehr beeindruckt. Sie scheint eine unfassbare starke Person zu sein, die sehr viel durchgemacht hat und trotzdem so positiv ist.“
„Ich fand es beeindruckend, mit welcher Moral sie vorne stand. War ich aus dem heutigen Tag mitnehme: Achtsam zu sein und für Menschen da zu sein, die keine Chance haben. Dagegen zu sein, gegen Rechtsextremismus.“
„Ich finde es sehr stark, dass Frau Spitta Aufklärungsarbeit leistet, obwohl das nicht ihr Job ist.“
„Besonders erschütternd fand ich, als Carmen Spitta erzählt hat, was für ekelhafte Experiment durchgeführt wurden, vor allem auch an Frauen.“
„Es fand es sehr informativ, weil ich vieles über Sinti und Roma nicht wusste. Es war schockierend zu hören, dass Frau Spitta in einem Restaurant nicht bedient und noch dazu beleidigt wurde.“
„Mich hat es total schockiert, dass ihre Mutter im KZ geboren wurde, weil ihre Großmutter hochschwanger war, als sie deportiert wurde.“
„Ich fand es erschütternd, dass ihr Onkel mit nur 13 Jahren ins KZ kam und an ihm Experimente durchgeführt wurden.“
„Es macht mich wütend, dass viele der Täter nicht verurteilt wurden. Sie konnten ihr Leben einfach weiterleben und die Opfer haben keine Entschädigung oder Hilfe bekommen. Sie wurden ein zweites Mal im Stich gelassen.“
„Es ist traurig zu wissen, dass sie jetzt die einzig Überlebende ist von ihrer Familie.“
„Ihr Trauma, dass sie ihre ganze Familie verloren hat, ist unerträglich.“
„Es ist so wichtige darüber zu reden und nicht weg zu sehen, damit es nicht nochmal passiert.“
„Sie versucht, eine Wiederholung zu verhindern. Alles sagen immer nur, dass sich die Zeit des Nationalsozialismus nicht wiederholen darf, dabei sind wir mit der starken AfD gerade nah dran.“
„Frau Spitta zeigt eine enorme Stärke, wenn sie über das Schicksal ihrer Familie spricht. Ich finde sehr wichtig, dass sie an Schulen geht und unsere Generation darüber aufklärt, wie schlimm unsere Vergangenheit war.“
„Es ist schlimm, dass es heute immer noch Menschen gibt, die so extrem rechte Gedanken haben, denn man sollte einen Menschen niemals aufgrund seiner Herkunft, seines Aussehens oder seiner Religion verurteilen, sondern nach den Taten, die er vollbringt. Denn Mensch bleibt Mensch, solange wir Menschliches tun.“
Vielen Dank an:
Carmen Spitta für ihr Engagement
den interkulturelle Freiburger Verein FAIRburg e.V. für die Organisation der Veranstaltung
Dirk Philippi für die Koordination
die Schülerinnen und Schüler für die Schilderung ihrer Eindrücke