Bericht über die Teilnahme von drei SchülerInnen und einer Lehrkraft der Staudinger-Gesamtschule in Freiburg an der Reise nach Jerewan im Rahmen des Kulturfestivals „Fear-Less-Hope“
In Rahmen eines Schulprojektes hatten wir die Möglichkeit, an einer Reise nach Jerewan in Armenien teilzunehmen. Ziel des Projektes war es, den deutsch-armenischen kulturellen Austausch zu fördern und auf die Geschichte des Landes aufmerksam zu machen.
Als SchülerInnen der Staudinger Gesamtschule in Freiburg war es vor Ort unsere konkrete Aufgabe, gemeinsam mit einer lokalen Schule und deren Schülern ein Projekt zu bearbeiten. Dazu hatten wir im Vorfeld schon die Projektbeschreibung und Kontaktdetails der jeweils anderen Gruppen erhalten, so konnten wir schon in den Wochen vor der Reise miteinander arbeiten und uns kennenlernen.
Schon am ersten Tag wurden wir mittags herzlich empfangen. Eine Gruppe freiwilliger SchülerInnen zeigte uns die Stadt Jerewan, sie führten uns durch verschiedene Stadtteile und wir kamen sofort mit ihnen ins Gespräch. Besonders beeindruckend war für uns ihre Gastfreundschaft und ihr Interesse. Sie nahmen sich viel Zeit und luden uns sogar zum Essen ein. Sie sorgten von Anfang an dafür, dass wir uns wohl fühlten. Diese Offenheit hat uns alle positiv überrascht und hat uns viele Ängste vor der Reise genommen.
Am zweiten Tag besuchten wir sie in ihrer Schule für den ersten gemeinsamen Arbeitsvormittag. Nach einem kurzen Kennenlernen mit den restlichen SchülerInnen durch gemeinsame Spiele arbeiteten wir in unseren bereits in Deutschland gebildeten Gruppen weiter. Unsere Themen waren „Kulturschock“ oder „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“. Obwohl ursprünglich Poetry-Slam-Texte als Ergebnisse vorgesehen waren, entstanden ganz verschieden interpretierte Ergebnisse, darunter Theaterstücke oder Gedichte. Am dritten Tag hatten wir vor der Präsentation noch einmal die Gelegenheit für den Feinschliff, bevor wir unsere Ergebnisse dann präsentierten und aufnahmen, um sie im Rahmen des Kulturfestivals im HayArt-Zentrum zu zeigen. Unser Kontakt mit den armenischen SchülerInnen ging auch über den schulischen Rahmen hinaus, sie kamen zum Beispiel mehrfach zu den Veranstaltungen im HayArt-Zentrum. Zusätzlich luden wir sie zum Abschluss zum Pizzaessen ein, um die gute Zusammenarbeit zu feiern und uns aber auch gleichzeitig zu verabschieden. Wir haben alle in der kurzen Zeit enge Kontakte geschlossen und neue Freundschaften dazugewonnen.
Neben der Projektarbeit haben wir uns die Stadt auch selbstständig angeguckt, indem wir viel spazieren waren und Orte, die wir uns im Vorhinein ausgesucht hatten, besuchten. Darunter war zum Beispiel der Vernissage-Markt oder die Kirche Gregor des Erleuchters. Wir hatten viele interessante Begegnungen, die im wesentlichen positiv waren. Dazu gehörte auch das gemeinsame Ausprobieren von traditionellen Speisen, wobei wir uns alle in die armenische Küche verliebten. Durch die drei geplanten Ausflüge erhielten wir einen noch tieferen Einblick in die Geschichte und Kultur des Landes.
Während der gesamten Reise sind wir als Vierer-Gruppe immer stärker zusammen gewachsen. Die gemeinsame Zeit und die zahlreichen Erlebnisse und dadurch entstandenen Erinnerungen haben uns alle sehr geprägt, und wir sind sehr dankbar, dabei gewesen zu sein dürfen. Insgesamt war diese Reise eine unglaublich bereichernde Erfahrung, die wir nicht so schnell vergessen werden. Wir hoffen auf weiter bestehenden Kontakt zu den armenischen Schülern und auf eine eventuelle schulische Kooperation.
Text: Lena Scheierke
Fotos: Grant Anderson